
Die Altersweitsichtigkeit funktioniert wie ein Uhrwerk. Dieser Alterungsprozess der Augenlinse beginnt bei jedem Menschen auf diesem Planeten zwischen 40 und 45 Jahren. „Der Grund, warum dieser Prozess so konstant abläuft, liegt darin, dass die Augenlinse einem rein bio-chemischem Alterungsprozess unterliegt. Die Augenlinse ist in Ihrem Körper das einzige Stück Gewebe, das Sie seit der Geburt unverändert tragen“, sagt MR Dr. Paul Niederberger, Augenarzt in Traun, Fachgruppenobmann Augenheilkunde und Optometrie sowie Kurienobmann-Stellvertreter der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer für Oberösterreich.
Je nach Bedarf mit oder ohne Lesehilfe
Daraus lassen sich drei Punkte ableiten: Dieser Prozess ist, erstens, biologisch. Zweitens ist dieser Prozess in keiner Weise zu beeinflussen. Es gibt also weder ein Training noch ein Faulwerden der Augen oder Augenmuskeln. Sie können folglich durch exzessive Bildschirmarbeit, durch Ernährung, durch das frühe oder späte Beginnen mit einer Brille, durch eine günstige Lesehilfe oder durch eine hochwertige Lesebrille diesen Prozess der Altersweitsichtigkeit weder beschleunigen noch verlangsamen. Nur das Alter bedingt das Voranschreiten. Und drittens, gerade weil man nichts falsch machen kann bei der Altersweitsichtigkeit, entscheidet die Patientin bzw. der Patient selbst über das weitere Vorgehen. „Es entscheidet nicht die Augenärztin bzw. der Augenarzt und auch nicht die Optikerin bzw. der Optiker, wann ich mit einer Brille beginne. Und auch die Qualität der Lesehilfe entscheidet man selbst: Greift man also zur günstigen Lesehilfe oder doch zur hochwertigen Lesebrille oder Gleitsichtbrille. Trage ich die Brille häufig oder trage ich die Brille selten. Und wann beginne ich mit der nächst-stärkeren Brille. All das liegt in der Entscheidungshoheit der Patientin bzw. des Patienten“, sagt MR Dr. Niederberger.
„Altes“ Auge
Der Fachbegriff für die Alterssichtigkeit nennt sich Presbyopie. Das Wort stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt „altes Auge“. Der fortschreitende altersbedingte Verlust der Nahanpassungsfähigkeit des Auges schreitet am schnellsten im Alter zwischen 48 und 58 Jahren voran. Welche Lesehilfe, so Sie eine brauchen, für Sie am geeignetsten ist und wie viel Dioptrien Sie benötigen, erfahren Sie bei Ihrer Augenärztin bzw. Ihrem Augenarzt.
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