Brustkrebsvorsorge neu: Bis zu 50% weniger Strahlenbelastung

Rund 5.000 Frauen erkranken in Österreich jedes Jahr an Brustkrebs. Die Mammographie ist dabei die wichtigste Methode zur Früherkennung und ab einem Alter von 40 Jahren empfohlen. Wesentliches Qualitätskriterium ist die möglichst niedrige Strahlendosis durch die Untersuchung. In der Klinik Diakonissen Linz steht seit Kurzem ein in Oberösterreich einzigartiges Niedrigdosis („micro-dose“) Mammographie-System zur Verfügung, das die Strahlenbelastung um bis zu 50% reduziert und zugleich die Diagnosegenauigkeit erhöht. „Wir hoffen, damit die Akzeptanz dieser Vorsorgeuntersuchung in Oberösterreich zusätzlich steigern zu können“, wünscht sich Prim. Dr. Edgar Mohr, Radiologe an der Klinik Diakonissen Linz und gibt wichtige Tipps rund um die Früherkennung.

Innovation: Strahlenärmstes Gerät weltweit – höhere diagnostische Aussagekraft – mehr Komfort
Das neue Mammographie-System in Linz ist zugleich auch eine Weltneuheit. 2013 wurde es erstmals am 25. Internationalen Europäischen Fachkongress für Radiologie vorgestellt. Österreichweit wird das revolutionäre Niedrigdosis-Mammographie-System bisher nur an einigen wenigen Einrichtungen eingesetzt, in Oberösterreich ist es einzigartig an der Klinik Diakonissen Linz. Neben einer bis zu fünfzig Prozent geringerer Strahlenbelastung punktet es mit exzellenter Bildqualität und damit erheblich höherer diagnostischer Aussagekraft. „Besonders das Brustgewebe jüngerer Frauen ist erhöht strahlenempfindlich; die Dosis so gering wie möglich zu halten ist eine Herausforderung an die Technik“, so Univ. Doz. Dr. Albert Dirisamer, der gemeinsam mit Prim. Mohr die PatientInnen im Bereich der Radiologie betreut. Die Auflagefläche für die Brust ist vorgewärmt und wurde perfekt an die weibliche Anatomie angepasst – daher wird auch die Kompression der Brust von Patientinnen angenehmer empfunden. „Auch das ist ein wesentlicher Schritt, damit die Untersuchung gut angenommen wird. Unser Hauptziel ist es, Brustkrebs möglichst früh zu entdecken, d.h. kleine, nicht-tastbare Brustkrebsvorstufen oder kleine Tumore bei beschwerdefreien Frauen frühzeitig zu erfassen. In dieser Situation sind eine schonendere Behandlung und besseren Heilungschancen zu erwarten“, so Univ. Doz. Dr. Dirisamer. Auch die monatliche eigenständige Brustuntersuchung leistet allerdings einen wichtigen Beitrag:

1/3 der Brustkrebserkrankungen werden selbst entdeckt:Tipps zur Brustuntersuchung:
„Brustkrebserkrankungen werden von etwa einem Drittel der Patientinnen selbst entdeckt. Das monatliche Abtasten der Brüste sollte zu einer regelmäßigen Gewohnheit werden“, rät Prim. Dr. Mohr.
• 1x pro Monat: Tasten Sie Ihre Brüste jeden Monat – am besten nach der Regelblutung – ab.
• Art der Veränderungen: Achten Sie auf Veränderungen hinsichtlich Größe und Form der Brüste – insbesondere auf das Aussehen der Haut (u.a. Rötungen, Schwellungen, Hautausschlag), Veränderung der Position der Brustwarzen, Hautverwölbungen oder Hautfalten.
• Normalposition: Machen Sie sich zunächst in Normalposition mit Ihren Brüsten vertraut.
• Arme heben: Heben Sie jeweils einen Arm und untersuchen Sie Ihre Brüste. Dabei halten Sie die drei mittleren Finger der Hand flach und zusammen und üben Sie sanften Druck auf die Brust aus. Tasten Sie zunächst in kreisförmigen Bewegungen, anschließend in geradliniger Bewegung von oben nach unten.
• Im Liegen: Untersuchen Sie Ihre Brüste anschließend auf dieselbe Weise im Liegen.
• Arztgespräch: Sprechen Sie über jegliche festgesellte Veränderung mit Ihrem Arzt.

„Eine Selbstuntersuchung der Brust ersetzt jedoch nicht die Mammographie“, betont Prim. Dr. Mohr. Die Mammographie ist die wichtigste bildgebende Diagnosemethode zur Früherkennung eines Brustkrebses. 

Im Zentrum: Diagnosequalität und kompetente interdisziplinäre Betreuung
Eine Mammographie wird von qualifizierten medizintechnischen AssistentInnen in nur ca. vier Minuten durchgeführt. Die anschließende Beurteilung der Aufnahmen erfolgt in der Klinik Diakonissen Linz durch 2 radiologische Fachärzte unabhängig voneinander („Doppelbefundung“, 4 Augen sehen mehr als 2).  Bei Bedarf wird ergänzend eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Der Befund wird sofort mitgeteilt sowie per Post an die Frau bzw. den zuweisenden Arzt übersandt, gleichzeitig werden die Bilder und Befunde in einem Langzeitspeicher der Klinik archiviert. „Bei regelmäßigen Untersuchungen kann mit den Bildern der vorangegangenen Jahre verglichen werden, um Veränderungen ganz exakt zu bestimmen“, empfiehlt Prim. Dr. Mohr. „Zur optimalen Brustkrebs-Früherkennung sollte die Mammographie ab dem 40. Lebensjahr alle 1-2 Jahre durchgeführt werden.“ Die Klinik Diakonissen Linz setzt zur optimalen Betreuung der Patientinnen auf die Vernetzung von Spezialisten. Vorsorge und operative Versorgung von Brusterkrankungen gehen hier Hand in Hand. In enger Abstimmung arbeiten die radiologischen Fachärzte mit der erfahrenen Brustchirurgin Dr. Sabine Pöstlberger zusammen. Patientinnen finden somit ihr persönliches Brustzentrum vor – von der Abklärung, der operativen Versorgung, der Nachsorge, dem Einholen einer Zweitmeinung bis hin zur Risikoberatung.

Rückfragen, Informationen und Terminvereinbarungen unter der Telefonnummer 0732 7675 – 380.

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